Reisekosten-Affäre um kroatische EU-Parlamentarierin

6.10.2026

Das kroatische Mitglied des Europäischen Parlaments Romana Jerković Kraljić (SDP – Sozialdemokratische Partei) steht wegen einer Reise nach Straßburg im Dezember 2024 politisch unter Druck. An dem als gesundheitspolitisches Fachprogramm ausgewiesenen Besuch sollen laut Medienberichten auch Familienmitglieder – darunter ihre Schwester – sowie Freunde teilgenommen haben. Diese sollen im Protokoll und auf der Unterschriftenliste als Ärzt*innen oder Professor*innen der Medizinischen Fakultät Rijeka geführt worden sein. Die über ihr Budget als Europaparlaments-Abgeordnete abgerechneten Reisekosten werden auf mehr als 12.000 Euro geschätzt. Den Fall machte das Nachrichtenportal Politico bekannt, woraufhin kroatische Medien weitere ähnliche Fälle recherchierten. Jerković weist ein etwaiges Fehlverhalten zurück und erklärt, die Kosten ihrer Schwester selbst getragen zu haben. Ein ehemaliger Assistent habe die Dokumente aus eigenen politischen Ambitionen an die Presse weitergegeben. SDP-Parteivorsitzender Siniša Hajdaš Dončić leitete ein Disziplinarverfahren ein, das zu ihrem Parteiausschluss führen könnte, ohne ihr Mandat als Mitglied des Europäischen Parlaments zu berühren. Auch Ermittlungen der Europäischen Staatsanwaltschaft oder des Europäischen Amts für Betrugsbekämpfung (OLAF), die bereits ähnliche Fälle verfolgt haben, sind möglich.

Quelle: Tportal.hr, Zagreb